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 Festplattenindustrie wächst weiter, doch wie lange noch?

Wirtschaft | 26.07.2008, 21:41
Auch für das erste Quartal 2008 konnte die Festplattenindustrie einen Wachstum im zweistelligen Bereich verzeichnen. Dies betrifft so ziemlich alle namhaften Hersteller und sogar Hitachi ist wieder in der Gewinnzone angelangt. Doch die Frage ist, wie lange dies so bleibt. Denn die Konkurrenz in Form von Flash-Speichern wird immer stärker.

Insgesamt verzeichnete die Branche im ersten Quartal, laut iSuppli, einen Zuwachs von 21 Prozent, was etwa 137 Millionen verkauften Festplatten entspricht. Dies merken die Hersteller auch an ihren Gesamtgewinnen. Bei Seagate beträgt der Anteil der Festplattenherstellung knapp 12 Prozent am Gewinn, bei Western Digital sind es sogar 14 Prozent und auch Hitachi konnte nun erstmalig wieder schwarze Zahlen in diesem Sektor schreiben. Bei diesen Ergebnissen blicken die Hersteller natürlich optimistisch in die Zukunft und erwarten für das gesamte Jahr 2008 ein durchgehendes Wachstum im zweistelligen Bereich.

Doch ist die Ansicht zu optimistisch? Zumindest iSuppli rechnet für das Jahr 2008 mit einem durchschnittlichen Wachstum von 16 Prozent, was bedeutet würde, dass die Zahl der verkauften Festplatten in den folgenden Quartalen deutlich sinken würde. Denn der Druck ist hoch. In diesem Jahr sind Flash-Speicher die Alternative, denn sie gelten vor allem als robust und energieeffizent. Ob im Notebook oder am heimischen PC, SSD-Festplatten beispielsweise fallen immer mehr Endkunden in die Augen. Bei Notebooks sind Flash-Speicher sogar schon längst eine Alternative. Nur ein Beispiel dafür ist der Eee PC von ASUS.

Preislich kommen die SSD-Festplatten noch längst nicht an HDDs heran, aber der Trend geht dennoch in ihre Richtung. Da ist es auch kaum verwunderlich, dass fast alle großen Hersteller sich Gedanken machen - jedoch mit unterschiedlichen Ergebnissen.

Bei Hitachi hatte man sich schon zum Jahreswechsel dazu entschieden, keine 1“- und 1,8“-Festplatten mehr zu produzieren, da man dort zu dem Bewusstsein gelangt war, dass die Zukunft in diesem Segment schon bald den Flash-Speichern gehören wird. Mit diesem Entschluss ging einher, dass Fujitsu von den Planungen Abstand nahm, in diesem Segment überhaupt einzusteigen.

Bei Samsung lautet der Kurs ganz klar, mit dem Trend zu gehen. Erst diesen Monat kündigte Samsung die Massenproduktion von 128-GB-SSDs basierend auf MLC-Chips an. Schon vorher hatte man bekannt gegeben, dass man bei SSD-Platten basierend auf MLC-Chips deutlich schnellere Übertragungsraten als bisher erreichen wird und die Verfügbarkeit für Mitte bis Ende des dritten Quartals versprochen.

Deutlich unklarer ist der Pfad jedoch bei Marktführer Seagate. Im März lies CEO Bill Watkins verlauten, dass man gegen verschiedene Hersteller von SSDs mit Patentklagen vorgehen will. Doch mittlerweile scheint sich auch Walkins in die andere Richtung zu bewegen. So konnte man der Gerüchteküche im Juni entnehmen, dass Seagate eventuell Intels Anteile an IM-Flash übernimmt und so zusammen mit Micron den Weg in die Flash-Speicher-Produktion geht.

Bei all den Spekulationen und Entwicklungen auf dem Markt und bei den Herstellern lässt sich nicht leugnen, dass auch die großen Hersteller von Magnetspeichern erkannt haben wohin der Trend geht. Natürlich hält man an den eigenen Produkten fest und argumentiert für diese, aber die wirtschaftlichen und produktiven Entwicklungen deuten langsam in eine andere Richtung.

[dk]



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